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Prüfen Sie, ob ich vom Amt ausspioniert werde: Paranoia am Arbeitsplatz

Ich kam, sah und staunte, und traute meinen Ohren nicht. Prüfen Sie, ob ich vom Amt ausspioniert werde. Um welches Amt es sich handelt, das kann ich natürlich nicht sagen, die Unterlagen, mehr als heikel um der Trojaner, noch nicht gefunden, oder?

Spionieren Ämter Ihre Mitarbeiter oder Angstellten aus? Das heimliche Abhören von Telefonaten ist klar verboten. Voraussetzung für so eine Überwachung ist eine betriebliche Regelung oder ein Hinweis im Arbeitsvertrag, dem der Mitarbeiter deutlich zustimmen muss – am besten schriftlich. Eine Vielzahl von Skandalen in den vergangenen Jahren hat dazu geführt, dass das Thema Überwachung in den Fokus gerückt ist. Überwachung an öffentlichen Plätzen kann für Sicherheit sorgen. Aber wie sieht es mit Überwachung am Arbeitsplatz aus?

Diese Frage stellte sich ein Mitarbeiter aus einem Amt im Hamburg als er uns beauftragte. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, sagte er mir im Erstgespräch. Ich dachte nur, von wem aus, Vertrauen vom Amt auf den Mitarbeiter zu oder genau anders herum? Kameraüberwachung ist heute allgegemwertig, aber die Überwachnung von kritischen Informationen des Computers des Mitarbeiters, das wäre ihm neu.

Ich arbeite den ganzen Tag mit vertraulichen Unterlagen. Es geht nicht um Bürger Informationen, sondern um Informationen aus der Wirtschaft. Diese will ich schützen und Sie gehen niemanden etwas an.

Da wird gefälscht, informationen verwaschen und gelogen. Das will ich verhindern, sagte er mir im Gespräch. Dem Mitarbeiter des Amtes, geht es scheinbar nicht um die Arbeitszeit, sondern vielmehr um die Gewissheit, spioniert jemand auf dem Computer, auf dem ich arbeite?

Es geht auch nicht um aussnahmen wie:

  • der dringende Verdacht besteht, dass der Arbeitnehmer Geschäftsgeheimnisse ausplaudert,
  • ein Virus oder ein Angriff abgewehrt werden soll oder
  • eine Straftat aufgedeckt werden kann.

Es geht tatsächlich darum, wird der Computer überwacht, tastatur Eingaben Prodokuliert, und die Arbeit des Mitarbeiters in Frage gestellt. Von Datenschutz hat jeder schon einmal gehört, aber nur wenige wissen, dass es auch einen besonderen Beschäftigtendatenschutz gibt. Er gilt auch für die Arbeit mit Computern. Im Zuge der Anpassung deutscher Gesetze an die EU-weite Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die im Mai 2018 in Kraft trat, wurden die Regelungen zum Arbeitnehmerdatenschutz in das überarbeitete Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) übernommen. Dabei wurden viele Vorgaben beibehalten – sie finden sich nun lediglich an anderer Stelle – und zugleich ergaben sich aus der DSGVO zu bestimmten Aspekten auch Neuerungen.

Das Mitarbeiter in Ämter, den Weg zu uns suchen, ist jedoch neu und zeigt, welche Qualität die Paranoia am Arbeitsplatz angenommen hat.

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